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Donnerstag, 22. November 2018

[Rezension] Elisabeth Herrmann: Das Dorf der Mörder (Kriminalroman)
15:301 Comments
(c) Goldmann

Sanela Beara Band 1"An einem warmen Frühlingstag im Mai ereignet sich ein unfassbarer Mord im Berliner Tierpark. Als Sanela Beara, eine junge Streifenpolizistin, am Schauplatz eintrifft, herrscht Aufruhr. Nur wenige Tage später wird der Öffentlichkeit die geständige Mörderin Charlie Rubin präsentiert, doch Beara hat Zweifel. Auch der Psychologe Jeremy Saaler, der an einem Gutachten über Charlies Zurechnungsfähigkeit beteiligt ist, will nicht an Rubins Schuld glauben. Beide hegen den Verdacht, dass der Mord mit Charlies Kindheit in einem kleinen Dorf in Brandenburg verknüpft ist. Eine düstere Fährte führt sie nach Wendisch Bruch – ins Visier eines Gegners, der die Totenruhe im Dorf um jeden Preis bewahren will ..."

  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (11. August 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442481147
  • ISBN-13: 978-3442481149
  • Amazon* / Lovelybooks


Inhalt

In dem Berliner Tierpark wird eine grausam ermordete Leiche in einem Tiergehege gefunden. Die junge Streifenpolizistin Sanela Beara befindet sich als erste am Tatort und lernt dort im Tierpark die kühle aber dennoch freundliche Charlotte Rubin kennen. Diese gesteht wenige Tage später den Mord, doch Sanela glaubt an ihre Unschuld. Auch der junge Psychologe Jeremy Saaler, zweifelt an ihrer Schuld. 

Es verlaufen zwei parallele Handlungen. Einmal die der Sanela Beara und die des Jeremy Saaler.
Beara ist eine junge hoch motivierte Streifenpolizistin die ihrem Chef mehr oder weniger auf der Nase rumtanzt und ohne Erlaubnis ihre eigenen Untersuchungen im Falle der Charlotte Rubin unternimmt. Diese führen sie in das verlassene Heimatdorf von Charlotte Rubin, dort trifft sie auf die wenigen überlebenden Frauen in Wendisch Bruch und erfährt einige schlimme Details aus Rubins Kindheit. Im Laufe der letzten Jahre verschwanden die Männer aus Wendisch Bruch auf mysteriöse Weise, für alle gibt es jedoch eine plausible Erklärung der Dorfbewohner, doch Sanela ist misstrauisch..

Zum anderen die Handlung des Psychologen Jeremy Saaler, auch er zweifelt an der Rubins Schuld und lernt ihre Schwester Cara kennen. So wie auch Charlotte hat Cara ihre ehemalige Heimat Wendisch Bruch verlassen, zwar hat sie wenig Erinnerung an ihre Kindheit und nie ein gutes Verhältnis zu ihrer Schwester gehabt, dennoch schützt sie sie...
Auch Jeremy führt es nach Wendisch Bruch, doch auch er wird mit den Geheimnissen des Dorfes konfrontitert und gräbt tiefer in der Vergangenheit, als er sollte..

"Einer wartet auf den anderen [...]. Im guten wie im Bösen. Einer muss anfangen." (Kapitel 50, S.457)

Meine Meinung

Wie ich es immer und immer wieder erwähne bin ich ein großer Fan von Elisabeth Herrmann, demnach ist meine Meinung relativ ähnlich wie zu den meisten ihrer Werke.

Ich weiß ja, dass man Bücher nicht nach dem Cover bewerten soll, dennoch einige Gummipunkte dafür, ich finde es wirklich toll gestaltet!
Aber wollen wir mal zum Inhalt kommen: Das Buch arbeitet mit vielen Cliffhängern, die einen einfach dazu zwingen dran zu bleiben, auch wenn die Handlungen der einzelnen Kapitel teilweise ein wenig schleppend vorangehen, endet fast jedes Kapitel mit einem mehr oder weniger offenen Handlungsstrang, sodass man dann doch gerne noch das ein- oder andere weitere Kapitel liest.
Durch das Verhalten der einzelnen Personen tippt man öfters in die Falle und ist sich ganz sicher den Täter enttarnt zu haben, an einigen Stellen musste ich sogar ein wenig den Kopf schütteln, da mir mehrmals der "Ist doch offensichtlich wer der Täter ist!!!" Gedanke kam, doch zum Ende hin folgte ein wahrer Plottwist, den ich so bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht erwartet hätte. Der Rattenschwanz ist unglaublich lang und es gibt einen Twist nach dem anderen, sodass man sich eigentlich nie überhaupt irgendwie irgendwo sicher sein kann. 

Die Gegend, besonders Wendisch Bruch wird detailliert und malerisch beschrieben, ich war unglaublich verwundert als ich erfuhr, dass das Dorf nur erfunden wurde und muss zugeben, dass ich jetzt sehr gespannt bin auf den dazugehörigen Film.
Der Schreibstil ist flüssig, man kann der Handlung einfach folgen und trotzdem baut sich die Spannung immer weiter auf.

Dies ist der Auftakt der Sanela Beara Reihe und er bietet auch einige Stellen zum anknüpfen, beispielsweise Sanelas Beziehung zu ihrem Chef, welcher kein Befürworter ihrer Handlungen ist, aber dennoch an sie denken muss.

Charlotte und Clara Rubin sind beide interessant durch ihre unberechenbare und nicht durchschaubare, teilweise widersprüchliche Art, von den beiden hätte ich gerne noch mehr erfahren.

Leider sind die Protagonisten Sanela und Jeremy nicht besonders stark charakterisiert, Sanela ist die fast schon "typische" aufsässige, quirlige junge Polizisten die es allen beweisen will und wäre ich ihre Arbeitskollegin, wäre ich des öfteren wirklich genervt von ihr und von dem Fakt, dass auf ihre verbotenen Handlungen nie Konsequenzen folgen. Der Grad zwischen selbstbewusster Frau und egoistischer Frau ist wirklich schmal. 
Jeremy hingegen macht einen sehr naiven Eindruck und das Verhältnis welches er führt hätte man sich sparen können, ich weiß nicht ob jeder Krimi mittlerweile mindestens eine Beziehung vorweisen muss, oder ob es der ganzen Handlung vielleicht ein wenig Reiz geben sollte, ich finde es leider nur unnötig. 

Auch der Realismus der Handlung geht des öfteren mal verloren.



Fazit

Dieser Krimi hat mich wirklich gefallen und zum Ende gab es mehr oder weniger dauer-Gänsehaut. Die Vergangenheit der Täterin geht unter die Haut. Dennoch werde ich die Sanela Beara Reihe nicht fortsetzten, dafür finde ich sie als Charakter zu anstrengend. 


Bewertung
★★★★✩

Diese Rezension habe ich auch auf Amazon und Lovelybooks veröffentlicht.


Achtung: mit * (Sternchen) gekennzeichnete Links sind Affiliate Links, das bedeutet, dass ich ggf. etwas damit verdiene, allerdings bedeutet es NICHT, dass ich für diese Werbung vom Hersteller gebeten werde, jegliche Werbung ist freiwillig, sofern sie nicht anders markiert wurde]
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Dienstag, 12. Juni 2018

[Rezension] Carina Bergfeldt: Die Vatermörderin (Psychothriller)
23:520 Comments
"Eine Frau plant, die Person zu töten, die ihr das Leben zur Hölle gemacht hat: ihren eigenen Vater. Zeitgleich wird im eisigen Simsjön-See nahe des schwedischen Skövde eine Leiche gefunden. Kommissarin Anna Eiler übernimmt den Fall, während zwei Reporterinnen eigene Ermittlungen durchführen. Was niemand ahnt: Jede der frei Frauen hat ein dunkles Geheimnis. Doch eins davon ist dunkler als alle anderen..."


  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (17. Juni 2014)
  • ISBN-10: 3442480744
  • ISBN-13: 978-3442480746
  • Amazon* / Lovelybooks
  • Trigger Warnung! Die Handlung dieses Buches könnte triggern.
  • Grund: Häusliche Gewalt
Inhalt

Gemeinsam versuchen zwei Journalistinnen und eine Kriminalkommissarin den Mord der Hausfrau und Mutter Elisabeth Hjort, welcher zuerst für einen Selbstmord gehalten wird, aufzuklären.
Jeder dieser Frauen hat ihren eigenen Grund und jede dieser Frauen birgt ihr eigenes dunkles Geheimnis.  

Die Polizei geriet bei den Ermittlungen im Fall Elisabeth Hjort immer wieder ins Stocken aufgrund vieler Verdächtigen mit nachvollziehbaren Motiven, weshalb die beiden Journalistinnen Julia und Ing-Marie sich dem Fall anschließen und sowohl gnaden- als auch rücksichtslos ihre eigenen Ermittlungen beginnen. Besonders Ing-Marie ist sehr engagiert, da sie eine Karriere als Polizeireporterin anstrebt. Eine geheime Quelle hilft ihr bei ihren eigenen Nachforschungen, welche sie im Fall weiterbringen. 
Julia und Anna haben eine gemeinsame Vergangenheit, jedoch gingen die beiden im schlechten auseinander und sind jetzt gezwungen gemeinsam zu arbeiten. 

Parallel verläuft die Planung des Vatermords. Eine anonyme Ich-Erzählerin plant den Mord an ihrem Vater, da sie seine Taten in der Vergangenheit rächen möchte. Mit Hilfe verschiedener TV-Serien, mit besonderen Fokus auf der Serie Dexter, plant und organisiert sie den Mord an ihrem Vater sorgfältig. 

"Sie stellt es sich wie in einem Film vor. Seine Version der Wirklichkeit. [...] Vielleicht kann sie dann verstehen, was in ihm vorgeht." (Kapitel 36, S.150)

Meine Meinung

Durch die wirklich guten Bewertungen dieses Psychothrillers lies ich mich beeinflussen und kaufte ihn mir. Jedoch muss ich all diesen wirklich radikal widersprechen.

Es laufen zwei parallele Handlungen ab. Einmal die Ermittlungen des Mordes an Elisabeth H. und zum anderen die Planung des Mordes an dem Vater. Man kann zwar davon ausgehen, dass die beiden Handlungen miteinander verknüpft sind, jedoch gibt es bis zum Ende keine klaren Hinweise dafür, ebenso bleibt es bis zum Ende unklar wer dieser Frauen ihren Vater umbringen möchte, durch geschickte falsche Fährten hat sich meine Hauptverdächtigte immer wieder geändert, jedoch lag ich letztendlich auf der richtigen Spur. 
Regelmäßige Rückblicke in die Vergangenheit der Vatermörderin erwecken sowohl Empathie für die Mörderin, als auch Verständnis für ihre Handlung. Die Planung des Mordes ist durchdacht und auch teils realistisch, da sie sich vor allem von bekannten TV-Serien inspirieren lässt (wir haben doch alle schon mal darüber nachgedacht, oder?). Wobei man an einigen Stellen schon fast denken könnte das Buch sei einfach eine sehr ausführliche Schleichwerbung der Serie Dexter (welche ich bisher auch noch nicht kenne, aber durch das Buch definitiv neugierig wurde - Werbung also gelungen!).
Die Motivation ist nachzuvollziehen und das Mitleid mit dem Vater hält sich in Grenzen. 
Mein größter Pluspunkt ist aber, das es hier drei starke Protagonistinnen gibt und sich der Romantik-Anteil in Grenzen hält. Hier spielen ganz klar die Frauen die große Hauptrolle und Männer sind nur kleine Randfiguren, find ich auch mal gut!

Die meisten Kapitel sind sehr kurz wodurch auch die Perspektiven oft wechseln und es nicht immer sofort eindeutig ist, aus wessen Sicht gerade erzählt wird. Perspektivenwechsel können Spannung erzeugen, hier wird dieses Mittel aber eindeutig zu oft genutzt, sodass anstatt Spannung lediglich Verwirrung zurückbleibt. Weiterhin sind die falschen Stellen einfach zu langatmig und dieses weite ausholen ist auch nicht wirklich sinnvoll, meiner Meinung nach unterbricht es eher den flüssigen Handlungsverlauf - wodurch bei mir des öfteren eine Langeweile aufkam. Das Buch ist nicht wirklich lang, dennoch hat es mich beinahe 3 Wochen gekostet, da endlich irgendwie durchzukommen. 


Auch der "Psycho"-Aspekt des Thrillers kommt erst zum Ende, davor ist es eher ein 0815 Krimi. 

Fazit

Leider konnte mich dieser Thriller nicht überzeugen, die Idee und die Handlung waren gut, jedoch hätte man sie besser und spannender umsetzen können. 

Bewertung
★★✩✩✩

Diese Rezension habe ich auch auf Amazon und Lovelybooks veröffentlicht.


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